|
Seite 2 von 4 Bau der heutigen Kirche
Die beim großen Brand von 1808 stark beschädigte alte St. Petri-Kirche wurde 1833 abgerissen. Bis 1836 entstand der heutige Bau im klassizistischen Stil nach dem Entwurf des königlich großbritannisch-hannoverschen Konsistorial- Baumeisters Hellner mit einem Sockel aus behauenen Feldsteinen, Ziegelsteinmauerwerk und Sandsteinbauteilen. Sie ist 29 m lang und 18 m breit; die Seitenwände sind fast 9 m, die Giebelwände fast 17 m hoch.
Typisch klassizistisch sind die rundbogigen Fenster, das kassettierte Tonnengewölbe, die 22 Holzsäulen mit dorischen Kapitellen unter Emporen und Decken, die beiden Sandsteinsäulen mit ionischen Kapitellen im Chorfenster und die viel Holzsäulen mit korinthischen Kapitellen an der Altarwand, sowie die Sandsteinpfeiler und -halbpfeiler im Ost- und Westteil der Kirche, die aber nicht alle Kapitelle haben. Die heutige St. Petri-Kirche wurde am 6.11.1836 eingeweiht. Das Innere Das Kircheninnere mit seinen ursprünglich 960 Sitzplätzen hat die Form einer dreischiffigen Hallenkirche mit flachen Decken in fast 9 m Höhe und einem 12 m hohen Tonnengewölbe über dem Mittelschiff, der schmalen Kanzelempore und der großen Orgelempore, unter der zwei Emporentreppen nach oben führen.  | Die mit Reliefornamenten verzierte Altarwand hat zwei rundbogige Durchgänge zu einer Emporen- und Kanzeltreppe an der Nordseite und einer Sakristei an der Südseite. Ursprünglich waren Wände und Decken weiß gekalkt. Nur die Kanzel, die Altarwand und die Orgel waren teilweise vergoldet. Alle Holzteile waren gleichmäßig graublau gestrichen. Die Fenster waren sämtlich nur einfach verglast, das große Chorfenster im Ostgiebel mit Stoffdraperien abgeblendet.
|
Die Orgel
Die alte Orgel aus dem Jahr 1700 hatte ein Manual, Pedal und 19 klingende Register. Sie war von Conrad Euler aus Wahmbeck an der Oberweser gebaut und musste wegen des Kirchenneu- baus vom Kirchenvorstand 1831/32 nach Ohrdorf verkauft werden. Inzwischen ist sie auch dort durch einen neue Orgel ersetzt worden. Bereits aus der Bauzeit der Kirche (1833-36) stammt das unter Denkmalschutz stehende Gehäuse der Orgel. Das Instrument selbst wurde mehrmals aus- und umgbaut. 1996 entstand hinter dem alten Prospekt ein von Grund auf neues Orgelwerk der Firma Hillebrand aus Altwarmbüchen. Diese mechanische Orgel besteht aus 1718 Pfeifen und hat bei zwei Mnualen und Pedal 27 Register. Sie wurde am 3.11.1996 eingeweiht. |
|
Taufstein & Leuchter  | Der aus Sandstein modellierte kelchförmige Taufstein stammt ebenfalls aus dem Jahr 1836. Als Zierde trägt er acht eingemeißelte, vergoldete Palmzweige. Rund um die kreisförmige Vertiefung für den Einsatz einer silbernen Taufschale schmücken vier Bibelstellen den oberen Rand: Matth.28,V.19 (Taufbefehl), Marc.16,V.16 (Taufverheißung), Joh3,V.5 (neue Geburt), Marc.10,V.14 (Kinderevangelium). Der schmiedeeiserne Leuchter neben dem Taufstein wurde 1975 aufgestellt. Er wurde, genau wie ein zweiter gleicher Leuchter von einem Kirchenvorsteher der Bodenteicher Partnergemeinde Conradsdorf in Sachsen geschmiedet. |
|