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Seite 1 von 3 Kleiner Kirchenführer der evangelisch Lutherischen Kirchengemeinde in Bad Bodenteich von Pastor Georg Ritz (gest.) 
Ursprung der Kirche Die Bodenteicher Kirche ist dem Apostel Petrus geweiht. Dieser Name deutet auf den Ursprung der Kirche aus der fränkischen Sachsen-Mission vor über 1100 Jahren hin, also der Zeit Karls des Großen. - Urkundlich wird die „ecclesia“ in „Bodendike“ zuerst 1323 erwähnt. Bis 1323 hatte das Rittergeschlecht derer „von Bodendik“ das Kirchen-Patronat, danach bis 1871 der jeweilige Landesherr und Besitzer der Burg. - 1373 wird erstmals ein Pfarrer namens Heiso erwähnt. 1531 schickte Herzog Ernst der Bekenner den ersten evangelischen Pastor hierher: Hermann Sonnemann.
Der Turm und Glocken Die Kirche, und besonders ihr hölzerner Glockenturm, wurden mehrfach durch Brände beschädigt oder völlig zerstört: 1373 im „Lüneburger Erbfolgekrieg“, 15 19 in der „Hildesheimer Stiftsfehde“, 1640 im „Dreißigjährigen Krieg“ und 1808 beim großen Bodenteicher Brand. - Nach dieser verheerenden Feuersbrunst wurde zunächst 1817 wieder ein hölzerner Glockenturm errichtet. 1894 entstand dann das heutige Wahrzeichen des Fleckens. Der Glockenturm misst an den Fundamenten 8 Meter und erreicht eine Höhe von 52 Metern. Er wurde vom Architekten Werner Söchtig aus Hildesheim entworfen. Nach Sturmschäden erhielt er 1970 eine neue Bekrönung mit Knauf und Kreuz. Bis 1975 wurden die Turmzwiebeln anstelle der früheren Schieferplatten mit Kupfer gedeckt. | |  |
Im Turm hängen drei Glocken mit der Tonfolge d‘- e‘- g‘. Den Schlagton e’ hat die 1874 von der Glockengießerei Radler in Hildesheim gegossene “Welfenglocke“. Sie ist die einzige Bronzeglocke des Ortes. Ihre Inschriften lautet: ‘KOMM•DENN ES IST ALLES BEREIT!“ - Die beiden Stahlglocken wurden 1955 und 1956 vom „Bochumer Verein“ gegossen. Sie tragen die Inschriften: „JESUS CHRISTUS HAT DEM TODE DIE MACHT GENOMMEN“ und „VERLEIH UNS FRIEDEN GNÄDIGLJCH - HERR GOTT ZU UNSERN ZEITEN“. Die Turmuhr von der Firma Weule in Bockenem am Harz stammt von 1895. Im ersten Weltkrieg wurden auch die Uhrschlagglocken abgeliefert und durch Gussstahlglocken ersetzt. Die Glocken sind im Jahr 2007 abgebaut und das Uhrschlagwerk auf die Hauptglocken umgelegt. Die Uhrschlagglocken hatten erhebliche Schäden.
Bau der heutigen Kirche Die beim großen Brand 1808 stark beschädigte alte St.-Petri-Kirche wurde 1833 abgerissen. Bis 1836 entstand der heutige Bau in klassizistischern Stil nach dem Entwurf des „königlich großbritannisch-hannoverschen“ Konsistorial-Baumeisters Hellner mit einem Sockel aus behauenen Feldsteinen, Ziegelstein-Mauerwerk und Sandsteinbauteilen. Sie ist 29 m lang und 18 m breit; die Seitenwände sind fast 9 m, die Giebelwände fast 17 in hoch.  | | Typisch klassizistisch sind die rundbogigen Fenster, das kassettierte Tonnengewölbe, die 22 Holzsäulen mit dorischen Kapitellen unter Emporen und Decken, die beiden Sandsteinsäulen mit ionischen Kapitellen im Chorfenster und die vier Holzsäulen mit korinthischen Kapitellen an der Altarwand, sowie die Sandsteinpfeiler und - halbpfeiler im Ost- und Westteil der Kirche, die aber nicht alle Kapitelle haben.
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