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Gemeindebrief Februar - Mai 2008 |
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Seite 3 von 19 Januar - Februar - die Wochen zwi-schen Weihnachten und Fasching. Zeit zwischen Geschenkpapier und Maskerade - beides Verhüllungen. Verhüllungen sind ‘was Feines, weil sie das Eigentliche verdecken. So kann man Geschenke als besonders groß, besonders wertvoll oder besonders geistreich erscheinen lassen — bei der Maskerade kann man den anderen vormachen, dass man besonders jung, besonders schön, besonders sexy oder besonders stark ist. Gezeigt wird nur das, was ich will, damit die anderen dann den rechten Eindruck von mir erhalten. Meist klappt das auch hervorragend. Ich bin verhüllt, verdeckt, also: unter einer Hülle bzw. unter eine Decke. Und was ebenso häufig passiert —und dazu noch viel Spaß macht: andere zu entdecken, enthüllen, also dem anderen die schützende und verbergende Decke bzw. Hülle wegzuziehen und dessen Fehler oder Schwachstellen der Öffentlichkeit zu präsentieren und ihn schutzlos hinzustellen. Gott enthüllt sich ganz und gar in seinem Sohn Jesus Christus. Das göttliche Menschliche —- oder vielleicht das menschlich Göttliche —wird für uns entdeckt —- und führt uns unsere eigene Unmenschlichkeit —- unsere eigene Ungöttlichkeit vor Augen. | | Das allerdings macht uns den Umgang mit Gott meistens sehr schwer. Und eines Tages wird jede und jeder von uns vor Gott stehen ent-hüllt, entdeckt. Und nichts ist dann verdeckt, verhüllt — alles liegt offen dar —- andere zu enthüllen, hat großen Spaß gemacht - aber nun bin ich entdeckt, enthüllt, schutzlos und das vor Gott. Will ich mich finden, dann muss ich mich selbst entdecken —- das ist sehr schmerzhaft, aber lebensnot-wendig! Nur entdeckt, enthüllt kann ich Jesus Christus, dem enthüllten Gott begegnen - und ein neuer Mensch werden. „Gott, gib uns den Mut, die Maske selber abzulegen, um dann mit Staunen festzustellen, dass Deine Liebe gerade dem Fehlerhaften —-aber Echtem gilt. Amen.“ Pastor M. Engelhardt |
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