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Seite 2 von 24 WAS ERLAUBEN SIE SICH EIGENTLICH? Bald ist es wieder so weit: Die Staumeldungen im Radio wollen nicht enden:
„5 km Stau auf der A 7 bei Hildesheim, 20 km Stau vor dem Elb-Tunnel Richtung Norden, 1 Stunde Wartezeit auf der Auto-Verladung nach Sylt ….“
Und es werden vermutlich wieder Berichte von fürchterlichen Unfällen gesendet werden - und ebenso, dass trotz etlicher Radikalinskis Meck-Vor-pom eine wunderschöne Gegend in Deutschland ist — und dann wissen wir: es ist wieder soweit!
Urlaubs-Zeit - von Cuba bis Rügen, von Benidorm bis Antalya füllen sich die Strände mit käsigbleichen oder schon vorgebräunten Touristen, hungrig nach Wärme, Melantonin und Bräune - und >Ballermann< auf Mallorca freut sich wieder über all die Bier-Trinker…..
Urlaubs-Zeit - viele bleiben zu Hause – am Haus wird gebaut, all die Arbeit, die liegen geblieben ist, wird nachgeholt; dazu abends mal ‘ne Grill-Fete oder mit den Kindern an den Oldenstädter See….
Urlaub - es könnte ja eigentlich die >5. Jahreszeit< sein - doch die ist mit dem Karneval schon belegt - schade d‘rum. Ich hörte so, dass für Tausende der Urlaub zur sexten Jahreszeit wurde -auch schade d‘rum - um beides.
>Urlaub< - das Wort kommt von >Erlauben<. Was erlauben wir uns eigentlich, wenn wir diese, meist vom Arbeitgeber bezahlten Wochen verbringen?
Ich erlaube mir Luxus! Den Luxus, mir und den anderen zu zeigen: es geht auch ohne mich! Den Luxus, dem Körper Ruhe zu gönnen, nachdem ich mal wieder monatelang Raubbau mit meiner Gesundheit getrieben habe! Ich erlaube mir den Luxus des Wünschens! Den Wunsch natürlich auch nach der natürlichen Happy-Droge Melantonin! Den Wunsch zu staunen, stehen zu bleiben - ohne von irgendwem oder irgendwas angetrieben zu werden! Den Wunsch, mir Zeit zu nehmen - Zeit, die ich ja habe.
Ich erlaube mir - fast jedes Jahr - den Luxus der Wüste. Wüste gibt es vielerorts - auch auf Mallorca, Hawaii, den Malediven oder Borkum. Es ist ein anstrengender Luxus - diese Wüste.
Wüste dort, wo ich alleine bin; dort, wo die Beziehung und Größe zwischen mir und dem Rest der Welt wieder deutlich wird; dort, wo ich mich nicht mehr hinter Terminen, Problemen und Stress verstecken kann; dort, wo ich in meine Seele blicken kann — weil mir nichts anderes die Kraft für diese anstrengende Übung raubt. So eine Art innere „Großreinemach-und-Aufräum-Aktion“, in meiner Seele „Klar-Schiff-machen“ für das weitere Leben — ein Leben, das — ob ich will oder nicht — immer nur ein Leben mit anderen Menschen und mit Gott ist.
Und — was werden Sie sich bei Ihrem nächsten Urlaub erlauben?
Pastor Martin Engelhardt
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