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Gemeindebrief Mai bis August 2009 |
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Seite 4 von 19 Das geistliche Wort:MAHLZEIT!“ und „GUTE REISE!“
Vor kurzem telefonierte ich mit einem jungen Mann, der gerade von einem Lehrgang kam. Ich fragte ihn: „Wie geht's Ihnen?“ Und mit all seinem Lehrgang‑Wissen im Kopfe antwortete er: „Das wollen Sie doch eigentlich gar nicht wissen, das interessiert Sie doch gar nicht!“
Da blieb mir die Spucke weg. „Dieser Schnösel!“ ‑ und dann dachte ich nur noch an das „Herzliches Beileid!“ und die „Gute Reise!“ ‑ ach .‑ und an all die Nachbarn, die jedes neugeborene Kind ja ganz einfach „sooo süß“ finden.
Diese und viele, viele andere Worte sind meist nichts anderes als überflüssige, nutzlose Füll‑Worte. Spräche man sie nicht ‑ es wäre weitaus ruhiger ‑ und kaum einer würde bemerken, dass ich auch noch lebe, weil ich ja nichts mehr sage. Und in vielen Behörden wäre es zwischen 10.00 und 15.00 Uhr erschrecklich still, wenn das unsinnige „Mahlzeit!“ nicht durch das Haus tönte.
Doch zurück zu diesem Schnösel, der gerade vom Lehrgang kam: es interessierte mich sehr wohl, ob es ihm gut geht ‑ das wäre für mich ja schließlich ein Grund zur Freude! Aber nein ‑ der Blödmann erdreistet sich sogar noch mir zu unterstellen, ich hätte da mal wieder nur nutz‑loses Zeug geredet, damit es nicht so still am Telefon ist.
Wie oft wünsche ich meinem vielgehassten Nachbarn tatsächlich einen guten Tag, dem Arbeitskollegen tatsächlich einen schönen Urlaub, dem Wittwer ein von Herzen kommendes Beileid ‑ und wie oft sind die freundlichen Grüße am Brief‑Ende genauso unecht wie die Ehrung der Damen und Herren am Brief‑Anfang?
Und wenn mein Vorgesetzter anfängt: „Mein lieber Herr Engelhardt,...“ da kann die Liebe vielleicht noch unter dem Mikroskop entdeckt werden!
Meinen wir die Segenswünsche ernst, wenn wir dem anderen ein „Tschüß!“, auf deutsch: „Gott sei mit Dir!“ hinterher rufen? Und ‑ wollen Sie mich tatsächlich wieder sehen?
Was sabbeln wir doch täglich für unnützes Zeug! Wissen Sie, wie Gott dazu steht? Lesen Sie doch mal Matthäus 12,36 – und - das mein' ich jetzt ganz ernst!
Pastor Martin Engelhardt
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